11.04.2015 - Tarifeinigung mit den Ländern zur Zusatzversorgung bei der VBL

Zusatzversorgung gesichert!
Keine Rentenkürzungen - Systemwechsel verhindert
Zusammen mit dem Verhandlungsergebnis vom 28. März 2015 in der Entgeltrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher
Länder (TdL) haben wir auch eine Tarifeinigung zur Betriebsrente (Zusatzversorgung) bei der VBL erzielt.

Die cirka 472.000 pflichtversicherten Beschäftigten bei den in der TdL zusammengeschlossenen Ländern haben auch weiterhin unverändert Anspruch auf die attraktive betriebliche Alters- und Hinterbliebenenversorgung bei der VBL!
Diese Betriebsrente erhalten die Versicherten zusätzlich zu ihrer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie basiertseit 2001 auf einem Modell, nach dem jährlich Versorgungspunkte ermittelt werden, die zwei wesentliche individuelle Komponenten berücksichtigen: Das Entgelt und das Alter der Beschäftigen im jeweiligen Versicherungsjahr.
Den Versuch der Arbeitgeber, die steigenden Aufwendungen der VBL aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung
durch Eingriffe in das Leistungsrecht der Zusatzversorgung auszugleichen, haben wir erfolgreich abwehren können.
Die übereinstimmend festgestellten Handlungsbedarfe werden ausschließlich auf der Finanzierungsseite gelöst.

Was bedeutet das für die VBL-Rente?

  • Keine Änderung der tariflich vereinbarten fiktiven Verzinsung (3,25 Prozent in der Anwartschaftsphase und 5,25 Prozent in der Rentenphase), 
  • keine Änderung der Anwendung der sogenannten Sterbetafel Heubeck 1998 und dadurch
  • auch keine Änderung der 2001 tarifvertraglich vereinbarten Altersfaktoren.

Eine Leistungskürzung ist damit ausgeschlossen!
Das bedeutet aber auch, dass zusätzliche Finanzierungsbeiträge von den Beschäftigten und von den Arbeitgebern erhoben werden müssen. Insbesondere bei einer langfristigen Betrachtung ergeben sich Finanzierungsbedarfe aufgrund der ansteigenden Lebenserwartung.

Wie sehen die zusätzlichen Beiträge aus?
In der umlagefinanzierten VBL West wird zukünftig neben dem Arbeitnehmerbeitrag zur Umlage von derzeit 1,41 Prozent ein zusätzlicher Arbeitnehmerbeitrag erhoben, dieser beträgt: Ab 1. Juli 2015 0,2 Prozent, ab 1. Juli 2016 0,3 Prozent und ab 1. Juli 2017 0,4 % des versorgungspflichtigen Entgelts. Dieser zusätzliche Arbeitnehmerbeitrag wird zunächst angespart und dient dem Ziel, die biometrischen Risiken (Mehrausgaben aufgrund der steigenden Lebenserwartungen) zu finanzieren. Die Arbeitgeber tragen einen entsprechenden Finanzierungsanteil im Rahmen des Umlageverfahrens. Das bedeutet: Entsprechend dem jeweiligen Bedarf zahlen die Arbeitgeber künftig eine Umlage über den bisherigen Satz von 6,45 Prozent hinaus bis zu 6,85 Prozent.

In der kapitalgedeckten VBL Ost wird der Arbeitnehmerbeitrag zur Kapitaldeckung von derzeit 2,0 Prozent wie folgt erhöht: Ab 1. Juli 2015 auf 2,75 Prozent, ab 1. Juli 2016 auf 3,50 Prozent und ab 1. Juli 2017 auf 4,25 Prozent des versorgungs-pflichtigen Entgelts. Bis zu der Höhe von 4,00 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze ist der Arbeitnehmerbeitrag steuer- und sozialversicherungsfrei. Die deshalb deutlich geringeren Abzüge führen dazu, dass die Nettoeinkommen im Durchschnitt nicht niedriger sind als im Tarifgebiet West. Die Arbeitgeber tragen ihren entsprechenden Finanzierungsanteil im Rahmen des ergänzenden Umlageverfahrens. Das bedeutet: Entsprechend dem jeweiligen Bedarf zahlen die Arbeitgeber künftig eine Um-lage über den bisherigen Satz von 1,00 Prozent hinaus bis zu 3,25 Prozent. Der Arbeitgeberbeitrag in die Kapitaldeckung von 2,0 Prozent bleibt bestehen.

  • Mit diesen zusätzlichen, paritätischen Beiträgen wird die Finanzierung der VBL stabilisiert und damit die Zusatzversorgung gesichert:
  • Es wird sichergestellt, dass die Höhe der Betriebsrenten bei den Ländern auf dem 2001 vereinbarten Niveau erhalten bleibt!

Den von den Arbeitgebern geforderten Systemwechsel zu einer reinen Beitragszusage haben wir verhindert!
Dies ist umso wichtiger, als das Niveau der gesetzlichen Renten weiter sinken wird.
Zusätzlich haben wir vereinbart, dass der Altersversorgungstarifvertrag (ATV), der die Zusatzversorgung bei der VBL regelt, von den Ländern frühestens zum 31. Dezember 2024 gekündigt werden kann.

Mitgliedschaft lohnt sich! Darum jetzt Mitglied werden!

Die Abwehr der Rentenkürzungen in der Zusatzversorgung bei der VBL sind der Erfolg unserer Warnstreiks. Ge-meinsam mit der IG Bauen-Agrar-Umwelt konnten die Beschäftigten Druck auf die Arbeitgeber ausüben und unse-ren Erfolg ermöglichen. Wer sich nichts nehmen lassen will, weil er meint, es stünde im zu, muss sich dafür einsetzen. Gute Verhandlungsergebnisse fallen nicht vom Himmel. Diese muss man sich erkämpfen!

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